„Gemeinsam gegen Kippendreck“ startet am Rheinufer und kommt dann in die Innenstadt

Kippendreck ist Gift für Natur, Wasser, Pflanzen. Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass das Celluloseacetat im Filter einer gerauchten Kippe hochgefährlich ist. Bis zu 7000 Giftstoffe enthält eine Zigarette. „Wer im Jahr 2024 Kippen immer noch achtlos einfach wegschmeißt, der verhält sich assozial“, sagt Petar Drakul von FutuRaum. „Das geht auch anders.“ Deswegen unterstützt FutuRaum mit den Kooperationspartnern von Stadtraumservice, Rhine-Clean-up und den Surfridern die Sauberkeitsinitiative: „Gemeinsam gegen Kippendreck“. Die Aktion beginnt am Rheinufer und kommt dann in die Innenstadt. „Gemeinsam gegen Kippendreck“ startet am Samstag, 3. August, 14 Uhr. Es treffen sich alle Sammelwilligen an den Rheinterrassen am Fahnenmast. Sammelwerkzeug und Handschuhe werden ausgegeben. Es ist der Auftakt zu einer ganzen Woche „Gemeinsam gegen Kippendreck“.

Poserlärm muss nicht sein! Insbesondere für die Bewohnerinnen und Bewohner der City, aber auch für Gäste und Besucher der Stadt sind lautes Hupen, wummernde Bässe, hochgetunte Motoren und aggressives Auftreten eine hohe Belastung und ein andauerndes Ärgernis. Eine bei FutuRaum entstandene Kampagne gegen diesen Poserlärm trägt den Titel MUSS NICHT SEIN. Jetzt ist die Kampagne mit der Premiere des Kampagnenkurzfilms gestartet, passende Plakatmotive werden in Kürze im öffentlichen Raum zu sehen sein. Sie werben für Respekt und Einsicht und richten sich gezielt an die Poser-Szene. Der einminütige Film wird im Vorprogramm des Cineplex Mannheim gezeigt und auf Social Media veröffentlicht.

Von links: Petar Drakul (FutuRaum), Alexandra Kriegel (Eigenbetriebsleiterin Stadtraumservice), Uwe Franken (Rhine-Clean-up) und Alex Baum (Surfrider Foundation Baden-Pfalz)

„Die Kampagne ist mit direkter Beteiligung der Poser-Szene im intensiven Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern von Innenstadt-Gastronomie und -Handel entstanden“, erklärt Sicherheits-Bürgermeister Dr. Volker Proffen. „Sie appelliert an die Bereitschaft, wieder mehr Rücksicht auf andere zu nehmen und im Zweifel dafür auch den eigenen subjektiven Spaßfaktor infrage zu stellen. Ich wünsche mir, dass die einprägsamen Botschaften von MUSS NICHT SEIN den einen oder die andere zum Nachdenken bewegen und so ihre Wirkung entfalten.“ Größte Herausforderung der Kampagne war, passende Geschichten zu entwickeln und entsprechende Bilder und Orte zu finden. Das sagen Filmemacher Arthur Bauer und Produktionsleiterin Meriem Lebdiri. Lebdiri: „Die Gesprächsrunden bei FutuRaum mit der Werbegemeinschaft Mannheim City e.V., Bewohner-Interessengruppen, dem Einzelhandel, der Verwaltung, der Polizei und dem Teil der Poser Mannheim, die in der Szene etwas zu sagen haben, waren unglaublich wertvoll. Am Schluss waren sich alle einig, dass bei aller Faszination für tolle Autos kein falsch verstandenes Heldenepos entstehen darf.“ MUSS NICHT SEIN wurde kein Heldenepos, sondern eine Kampagne, die lebensnah ist und Partei für die Leidtragenden der Poser ergreift: Das gerade einschlafende Baby; die Kellnerin in der Fressgasse die vor Schreck ein Glas fallen lässt; die Fußgänger die sich gerade noch in Sicherheit

Fressgasse, die vor Schreck ein Glas fallen lässt; die Fußgänger, die sich gerade noch in Sicherheit bringen können, und die Familie, die ihren Feierabend eigentlich gerne bei einem ruhigen Tee genießen würde… Im Film gibt es keine Helden. Im Film gibt es die Aufforderung, Respekt zu zeigen. Alle Darstellenden sind Laien. Sie spielen sich selbst an Orten, an denen sie sich gerne aufhalten und wo auch die Poser unterwegs sind. Wolfgang Ockert zum Beispiel wohnt in der Innenstadt und vertritt seit vielen Jahren die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner. „Wir sind es leid, immer wieder lärmende Poser, hupende Autokorsos und fahrende Diskotheken zu ertragen. Ich finde es deshalb gut, dass die Kampagne entstanden ist, sie trägt hoffentlich zur Aufklärung bei. Als Filmdarsteller hatten wir Spaß – im Alltag, wenn die Poser wieder unterwegs sind, ist das nicht der Fall.“ Benjamin Hopkins, Kenner der Poser-Szene und Darsteller im Kampagnenfilm, versteht den Frust der Bewohnerinnen und Bewohner. „Es ist ja immer die Frage der Perspektive. Vor meiner Haustüre wollte ich auch nicht ständig beschallt werden. Deshalb versuchen wir auch seit Jahren, einen eigenen Platz außerhalb der Quadrate zu finden – leider ohne Erfolg. Wir werden – wie bisher – über unsere Kanäle auf die Szene einwirken und die Kampagne bewerben, weil wir nicht mit aggressiven und rücksichtslosen Zeitgenossen in einen Topf geworfen werden wollen. Wir wünschen uns eine gemeinsame Lösung und hoffen, dass man uns die Möglichkeit gibt, die Jungs und Mädels mit ihren Autos aus der Innenstadt zu bekommen.“ „Den Darstellenden hat man angemerkt, dass sie hinter der Sache stehen“, sagt der Filmemacher Arthur Bauer, der schon häufig mit Profi-Schauspielerinnen und Schauspielern gearbeitet hat und von der Authentizität der Laien bei diesem Dreh begeistert ist. „Die waren mit Herzblut, Disziplin und viel Geduld einfach großartig“, so Bauer. Kameramann Donni Schoenemond holte das Beste aus den Szenen heraus, wobei es bei einer Aufnahme pro Episode nicht blieb – eine Herausforderung auch für die Darstellenden an den teilweise heißen und gewittrigen Drehtagen Ende Juni.

Film- und Plakatkampagne: Die Materialien der Kampagne sollen eine breite Öffentlichkeit ansprechen, insbesondere auch die Poser aus dem Umland, die extra dafür in die Mannheimer Innenstadt kommen. Dafür werden Plakate im öffentlichen Raum, Kinowerbung sowie kurze Film-Sequenzen auf Social Media und online genutzt. Die Kampagnenfilme, ein Interview mit Regisseur Arthur Bauer, die Plakatmotive sowie weitere Informationen sind ab sofort unter www.futuraum-mannheim.de/mussnichtsein Daten und Fakten zum Kippendreck jetzt als Hinweis-Schild auf den Bänken am Rhein-Ufer. abrufbar. Die City-Light-Kampagne in Mannheim startet am 20. August und geht bis einschließlich 2. September.

Weitere im Jungbusch und der Innenstadt Polizeiliche Aktionen und ordnungsrechtliche Maßnahmen: Begleitend zur aktuellen Kampagne werden Polizei und städtische Sicherheit Weitere Aktionen folgen im Jungbusch, am Sonntag, 4. der August,um 14Fachbereich Uhr mit Treff an der und Ordnung verstärkt gemeinsame Aktionen durchführen, Verstöße gegenam das Teufelsbrücke und in der Innenstadt, am 6. August, umum 17 Uhr, mit Treff Marktplatzbrunnen in Straßenverkehrsrecht schneller und in größerem Umfang zu erfassen. Kurzfristige Sperrungen h b b i d F ßb ll EM Wi k i t d h ll b i l i hb St it ti

haben bei der Fußball-EM Wirkung gezeigt, daher sollen bei vergleichbaren Stausituationen der Breiten Straße. Zur Aktion in der INnenstadt rufen die Bewohnervereine (Ost und West auf). Es zukünftig ebenfalls Straßen gesperrt werden. werden sich dort auch Mitglieder der City Factory beteiligen. Bereits heute stimmt sich die Mannheimer Zulassungsstelle mit der Polizei darüber ab, wie mit technischen Ein- und Anbauten an Fahrzeugenzur verfahren werdenam kann. Diesebegrüßte Abstimmung nun Bei der Eröffnung Auftaktpressekonferenz Sammelwoche Freitag, Uwe soll Franken, auf die Zulassungsstellen derMüllsammelaktionen Region ausgeweitet und werden. unermüdlicher Initiator vieler für Rhein-Clean-Up unterwegs, zusammen mit Alex Baum (Surfrider), mit Alexandra Kriegel vom städtischen Eigenbetrieb Stadtraumservice und Petar Drakul von FutuRaum zahlreiche Pressevertreter. Ihre Botschaft: „Machen Sie Werbung für die Sammelaktion, die auch sensibilisieren will, wie schädlich weggeworfene Kippen sind.“ Eingeladen sind nun möglichst viele Menschen, sich eine Stunde oder zwei in die Aktion einzuklinken.

„Drei Millionen Kippen werden bei der Stadt jährlich eingesammelt“, so Alexandra Kriegel.

Davon stammten 50 Prozent aus Behältern, der Rest vom Boden. Um Wissen und Fakten zur Schädlichkeit von Kippen unter die Leute zu bringen, hat die Stadt am Rheinufer an den Sitz-Bänken, mit Blick auf den Rhein, verschiedene Schilder mit Zahlen und Fakten zum Kippendreck angebracht. Zudem – das freute alle Akteure – wurden 26 Abfallbehälter jetzt neu und mit Zigaretteneinwurf ausgetauscht.

Weitere 21 werden in Kürze folgen. Es ist die dringende Einladung an die Raucher, die paar Schritte zu gehen und ihre Kippen ordnungsgemäß zu entsorgen. Auch ein Taschen-Aschenbecher tut seine Dienste: eine kleine Verhaltensänderung mit großen Folgen. Jetzt sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen Kippen zu sammeln und die Aktionstermine zu nutzen. Die Sammelbehälter werden dann bei der Abschlussveranstaltung auf dem Marktplatz, am Freitag, 9. August, um 11 Uhr, in einen Glasbehälter geleert. Jeder darf seine Ausbeute mitbringen. Dort wird dann vorläufige Abschlussbilanz gezogen. Vorläufig deshalb, weil – so hoffen die Initiatoren – bis dahin bei einigen die Einsicht gereift ist, dass Kippen nichts an Haltestellen, auf Straßen, auf Plätzen, auf Wiesen oder anderswo zu suchen haben.